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07.02.2010, 01:58

Lehrer benötigen Nachhilfe in Sachen Dienstpflicht und Schulrecht

Was in der vergangenen Woche an Oldenburger Grundschulen geschah, ist geradezu haarsträubend! Was war geschehen? Aufgrund der Witterungsbedingungen fiel der Schulunterricht aus. Fein, da konnten die lieben Kleinen zu Hause bleiben und den ganzen Tag Glotze gucken. Nun ist es aber so, dass nicht wenige Eltern berufstätig und auf eine Betreuung ihrer Kinder am Vormittag zwingend angewiesen sind. Darauf ist die Stadt aber seit langem bestens eingerichtet. Alle Oldenburger Grundschulen sind mittlerweile „Verlässliche Grundschulen“. Dies bedeutet, dass die Eltern der Grundschulkinder sicher sein können, dass ihre Kinder unabhängig vom Stundenplan von Lehrern oder speziellen Betreuungskräften von 07.45-13.00Uhr betreut werden. Die Lehrer müssen auch bei Schulausfall wie alle anderen Arbeitnehmer auch, zum Dienstantritt in der Schule erscheinen. Zwar kann der Unterricht ausfallen, nicht aber die Betreuung der Kinder, die trotzdem zur Schule kommen. Schließlich haben die Kindergärten ja auch nicht ihre Türen zugemacht.

Aber wie sah nun die Wirklichkeit an mehreren Oldenburger Schulen aus? Da wurden z.B. an der Haarentorschule und der Grundschule Krusenbusch die Kinder einfach wieder nach Hause geschickt. Dabei wurde lediglich in einigen Fällen versucht, die Eltern per Telefon zu Hause zu erreichen um sie zu bitten, ihre Kinder abzuholen. Und was passierte mit Kindern, deren Eltern telefonisch nicht erreichbar waren, weil diese arbeiteten? Ganz einfach: Da wurden Mütter, die auf Geheiß der Schule ihre Kinder von der Schule holten gefragt, ob sie vielleicht auch noch ein Kind aus der Nachbarschaft mitnehmen könnten, wo sie deren Eltern zuvor telefonisch nicht erreichten. So kam es vor, dass Mütter Kinder aus ihrer Nachbarschaft mit nach Hause nahmen und diese bis Mittag betreuen bzw. versorgen mussten, weil deren Eltern arbeiteten und ihre Kinder in guter Obhut glaubten. Andere Kinder wurden allein nach Hause geschickt, ohne dass jemand wusste, ob diese nicht vor verschlossener Haustür stehen werden. Dies betraf sogar Kinder, die ansonsten von ihren Eltern zur Schule gebracht und von dort wieder abgeholt werden. Eine Lehrerin der Haarentorschule machte gar ihren Unmut darüber, dass Eltern trotz Schulausfall ihre Kinder zur Schule schickten gegenüber einigen Eltern Luft in dem sie ihnen sagte, dass sie dieses Verhalten unverschämt finde. Für die Kinder, die trotz Schulausfall zur Schule kommen müssten, sei das eine Strafe. Ob denn die Eltern kein Verantwortungsgefühl für ihre Kinder hätten. Ohnehin würde mit den Kindern, die unrechtmäßig zur Schule geschickt würden, nichts gemacht. Da sie keinen Anspruch auf Betreuung hätten, müssten sie sich selbst beschäftigen. Desweiteren meinte besagte Lehrerin, dass sie dieses Verhalten einiger verantwortungsloser Eltern beim nächsten Elternabend zum Thema machen werde.

Diese Lehrerin gehört m.E. ihres Beamtenstatus enthoben und unehrenhaft aus dem Schuldienst entlassen.

Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ein Kind auf dem Rückweg während der Schul- bzw. Betreuungszeit verunglückt wäre. Oder auch die Nachbarin mit dem ihr aufgedrängten Nachbarskind. Zunächst wäre dies einmal ein Schulunfall, für dessen daraus entstehenden Kosten der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) aufkommt. Zunächst! Nun erhalten aber in einem solchen Fall die Eltern vom GUV einen Fragebogen zugesandt, in welchem der Unfallhergang genau geschildert werden muss. Dabei wird schnell herauskommen, dass ein Mitarbeiter der Schule grob fahrlässig seiner Dienstpflicht nicht nachgekommen ist. Die Folge: Der GUV lehnt eine Kostenübernahme/Regulierung ab. Was nun? Da bleibt den Eltern des betroffenen Kindes nichts anderes übrig, als zivil- und ggf. strafrechtlich gegen die Schule bzw. der entsprechenden Lehrkraft vorzugehen.

Ich denke, dass hier die zuständige Landesschulbehörde ihren Schulleitern und Lehrern einen Nachhilfeunterricht in Sachen Schulrecht erteilen muss. Ich kann da nur sagen: „Setzen, sechs!“

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