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03.09.2005, 16:44

Naziaufmarsch 03.09.05 in Oldenburg - Pressemitteilungen, Fotos und Erlebnisberichte

...der ganze Aufwand wegen 50 armen Würstchen. Traurig Traurig. Ich denke, damit dürfte bewiesen sein, das der braune Sumpf abgewirtschaftet ist. Wenn die Deutschesten aller Deutschen(wers braucht) noch nicht mal wie gefordert in Reih und Glied laufen können, dann sind sie nur ein trauriger Abklatsch ihrer selbst. Wie gut das wir den Krieg verloren haben.
es gibt einfach zu viel copy & paste auf dieser Welt

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03.09.2005, 17:24

hrm eigentlich is das doch ganz gut gelaufen soweit :)

aber mein gott ... was n trauriger haufen die nazis ... trauriger is aber das n ehemaliger bekannter auch da war :/ das traurige daran is, dass er heute noch nich schlauer is als damals ...

naja auch wenn sie ihre kundegebungen tun konnten, gehört habn wird sie doch keiner ;)

nur kleine lichter im wind ;)
MfG CrAsHhEaD :D

My way, and my way only!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »CrAsHhEaD« (03.09.2005, 18:40)


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03.09.2005, 19:24

Moin,
hat vielleicht jemand hier Bilder von der Demo/Gegendemo heute?
Oder Links zu solchen??
Oder könnte jemand hier posten, wo Berichte dazu im Net zu finden sind?
Würde mich sehr interessieren, war da (nein, nicht als NPD-ler), und hat Spaß gemacht :)

Grüße
Ich

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03.09.2005, 20:01

http://de.indymedia.org/2005/09/126671.shtml
http://de.indymedia.org/2005/09/126611.shtml

in den nächsten Stunden und evt auch morgen wird noch etwas mehr veröffentlicht ... ich hab noch nicht mitgekriegt ob meine Kamera den Sturz überlebt hat (aber zwischen ihr und dem Asphalt lag noch mein Pullover und ich bin mehr auf die Arme als auf den Rücken gefallen. Viele Bilder sind's aber nicht weil die Batterien die mir originalverpackt geschenkt wurden schon angerostet waren :/)

[wolf

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03.09.2005, 20:08

Quit pro quo

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03.09.2005, 20:37

Super,
bei der Sitzblockade kann ich nur sagen: wir waren anfangs ca. 50-70 Leute, die durch die Blockade, durch Ãœberrennen, durchkamen.
Dann hat die Potzilei zwischendurch versucht einige (gerad als ich durchrannte) von uns mit ein wenig, gegen den Wind, :) gerichteten Pfefferspray (oder so was) aufzuhalten.
Naja, als wir dann mitten auf der Marschroute der Nazis saßen,
(leider im Rechteck, von hinten waren wir nur durch 2-3 Reihen gedeckt, so dass dort viele Leute rausgezogen wurden)
(lustige Sprüche wie: Ja, ja, von hinten, das kennt ihr fielen)
haben es irgendwie noch einmal 50-60 Gegendemonstranten geschafft aus derselben Richtung zu uns zu kommen..
Dann häufte sich die Potzilei um uns, massig Kameras fuhren an, und zog immer wieder Leute raus, so dass nach der 3. Warnung von wegen Ordnungswidrigkeit nur noch ca. 40-50 von uns da waren, der Rest war der Aufforderung nachgekommen, oder war halt "rausgezogen" worden.
Daraufhin löste sich noch einmal ein "Pulk" (mir mir drin) und rannte vom Kamerawagen aus gesehen nach rechts (Potzileigebäude).
Vom Rest der Sitzblockade hab ich gehört, er wäre eingekesselt, und teilweise in Gewahrsam genommen worden...
Ich kann nur sagen, dass die Potzilei im Gegensatz zu den recht friedlichen (ihre Beine und schiere Masse benutzenden) Demonstranten recht hart vorging, es wurde oft Pfefferspray (oder was weiß ich was die in ihren Sprühdosen haben) eingesetzt, und auch die Knüppel saßen recht locker (vielleicht erinnert sich jemand an die Situation, als der Malteserwagen nahe des "Friedrichsplatzes?" in die Blockade fuhr und einige jenem folgen wollten.....
Das einzig nicht friedliche und ungerechtfertigte Verhalten einiger Demonstrante (mann muss zugeben, lustig anzugucken war es) war das Werfen von Eiern (und teilweise Plastikwasserflaschen).
Für ein Fazit habe ich leider gerad keine Zeit, (genauso wie für das Überprüfen von Rechtschreibfehlern)
aber ich würde sofort wieder auf die Straße gehen.

Achja, bitte mehr Links und Bilder reinstellen...

Grüße
Ich

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03.09.2005, 23:01

Pressemitteilung der Polizei

Zitat

"Heute wurden in der Oldenburger Innenstadt mehrere Demonstrationen abgehalten. 100 NPD Anhänger versammelten sich am Bahnhof und setzten sich mit 40-minütiger Verspätung in Bewegung, hielten im Verlauf der Aufzugstrecke zwei Zwischenkundgebungen im Bereich des Schloßplatzes und des Pferdemarktes ab, bis sie gegen 16.15 Uhr wieder am Bahnhof angekommen waren. Nach einer Abschlußkundgebung reiste der Großteil der Teilnehmer mit dem Zug ab. Teilnehmer, die mit dem Auto anreisten, wurden von der Polizei bis zur Autobahn begleitet. Die Gegendemonstranten wuchsen am Tage auf bis zu 1500 Teilnehmer an. Sie versuchten mehrmals an den Aufzug der NPD heranzukommen. An der Moslestraße Ecke Raiffeisenstraße durchbrachen ca. 80 Gegendemonstranten die polizeiliche Absperrung und setzten sich auf die Aufzugstrecke. Der Aufforderung der Polizei, den Ort freiwillig zu verlassen, folgten einige Wenige. 40 verweigerten sich dieser Maßnahme und wurden in Gewahrsam genommen. Ein zweites Mal kam es im Bereich der Amalienstraße zu einer kurzfristigen Blockade. Im Verlauf des Einsatzes wurden ca. 100 Ingewahrsamnahmen durchgeführt. Nach bisherigen Erhebungen gab es am Einsatztag 10 leicht verletzte Polizeibeamte. Einer von Ihnen musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Durch Steinwürfe wurden im Bereich des ZOB Polizeifahrzeuge beschädigt. Eine Gruppe von ca. 250 Gegendemonstranten entschloß sich gegen 17.00 Uhr zu einem Spontanaufzug; sie gingen vom ZOB über die Karlstraße, Pferdemarkt, Staulinie und die Amalienstraße zum Alhambra, wo der Aufzug gegen 18.00 Uhr beendet wurde. Konfliktmanager waren im ganzen Bereich der Innenstadt präsent. An Brennpunkten erklärten sie die polizeilichen Maßnahmen, beruhigten in konflikthaften Situationen und fungierten in vielen Fällen auch als "Blitzableiter", insbesondere in der ca. 1-stündigen Phase, wo man nur durch einen sehr eng umgrenzten Raum aus der Innenstadt gelangen konnte. Im Nachgang des Oldenburger Einsatzes trafen im Bahnhof Sandkrug Anhänger der NPD auf Gegendemonstranten. Hier kam es zu Auseinandersetzungen in deren Verlauf drei NPD Anhänger verletzt wurden. Die Ermittlungen in der Angelegenheit übernahm die örtlich zuständige Polizeidienststelle."


bei www.nonstopnews gibt's einen Artikel der genauso bescheuert ist, wie obige Presseerklärung.

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03.09.2005, 23:11

zu HunteReport:

Zitat von »"HunteReport"«


[...]
Gegendemonstranten hatten aufgrund der starken Polizeipräsenz entlang der Strecke keine Chance, sich den NPD-Anhängern zu nähern oder die Veranstaltung zu stören.
[...]


stimmt, es war recht schwer ... aber nach zwei Lattenzäunen trennte mich nurnoch ein Maschendrahtzaun und eine Reihe Polizistenrücken von den Nasen. Ich hatte allerdings weder eine funktionierende Kamera noch zum Wurf geeignete Gegenstände dabei also hab ich mich den "Ob Ost, ob West"-Rufen angeschlossen und wurde vermutlich gehört, denn mir wurden einige Mittelfinger entgegengehalten und wenig später stand dann auch ein Polizist mit gezücktem Pfefferspray vor mir und forderte mich auf die Gegend zu verlassen (durch den Maschendraht hätte er mich zwar nicht rausziehen können aber wie ich später am Pferdemarkt anhand eines für meinen Nachbarn bestimmten Pfefferspraystrahls feststellen durfte ist es ziemlich mies...)

PS: Meine Kamera hat übrigens überlebt :)

und hier noch ein Foto von den Nasen gegen kurz vor 12 (das da hinten bei der Post sind die Nasen ;)):


das ist übrigens auch schon das letzte meiner Fotos, danach war ich kameralos unterwegs :/

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04.09.2005, 10:27

mann, das war echt krass gestern, das hab ich wohl gemerkt. gut fand ich, dass wir es geschafft haben die nazis wenigstens eine weile am maschieren zu hindern, aber hinterrücks waren wie zu erwarten mal wieder die bullen und vor allem die bulletten! so brutral wurde ich noch nie gegen ne wand gedrückt und gleichzeitig hat die mir voll in die hose gepackt. zum glück bekamen die unter 18 einen platzverweis und mussten nicht da bleiben, das hätte ich nicht durch gehalten. ansonsten kam man ja nicht wirklich an die fachos ran, aber sie waren sowieso so lächerlich. was für ein tag, ich bin immer noch fix und fertig...
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Capleton

dr_henk

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04.09.2005, 13:45

ha, total niedlich fand ihc ja die "wir sind das volk" plakate am lkw...
und diese emo-leute immer sich dick am vermummen, lol!
und von wegen unsere seite wird keine drogen konsumieren,
rofl, da waren so einige 15 jährige punk-göhren, die nich mehr
grade aus laufen konnten.
[we are the ones from the other side, meet us in the dark we'll be there tonight]

spielplatz geistiger überflieger

T-oastbro-T

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04.09.2005, 16:55

Jo, war meines Erachtens nach Top organisiert, zumindest von der Polizei. Die Taktik funzt offensichtlich, ist nur verdammt teuer und ich denke, die Stadt wird sich einige Fragen gefallen lassen müssen. Z.B., ob es wirklich notwendig ist, für ca. 70 NPD-Anhänger einen Samstag lang die Innenstadt hermetisch abzusperren und Millionenschwere Ausgaben für einen Polizeieinsatz zum Fenster hinaus zu schmeißen, um die Tausenden Gegendemonstranten zu bändigen. (Die Umsatzausfälle der ganzen Händler würde mich wirklich mal interessieren...)
Vielleicht läuft es ja darauf hinaus, dass das nächste Mal wieder die alte Taktik gefahren wird: Kein präventives Abriegeln der gesamten Route sondern massives Polizeiaufgebot in unmittelbarem Umfeld der Demonstranten und Inkaufnahme von Sitzblockaden und Verzögerungen. Das ist zumindest billiger und den Gegendemonstranten kann es nur recht sein, denn die Polizisten haben ihren Job verdammt gut gemacht und es gab so gut wie keine Angriffspunkte entlang der Route. (Merkte man ja daran, dass nur ganz vereinzelt mal ein Durchbruch gelungen sein soll, ich selbst war zu den Zeitpunkten auch jeweils woanders)

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass es evtl. besser gewesen wäre, die Gegendemo nicht in so viele Grüppchen aufzuteilen. Am Bahnhofsvorplatz hätten noch mehr Leute Platz gefunden, aber da noch einige andere Plätze als Standort auserkoren wurden, hatte man statt einer großen Masse viele kleinere Gruppen und jede Menge Pendler, so dass etwa ein Viertel oder ein Drittel der Demonstranten die ganze Zeit hin und her gelaufen sind, während die eigentlichen Brennpunkte aus dem aufgeteilten Rest bestanden. Das ist halt das Dilemma der Routen-Abriegelungs-Taktik. Nun ja, das Ergebnis ist auf jeden Fall zufriedenstellend, (für sie) positive Wirkung hat die NPD mit diesem niedlichen Kinderfasching jedenfalls nicht erzielen können.

dr_henk

Profi

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04.09.2005, 18:00

kewl wär doch mal, wenn die die demo nicht genehmigen, mit dem
grund, dass sie den nötigen sicherheitsaufwand nicht bezahlen können :D
[we are the ones from the other side, meet us in the dark we'll be there tonight]

spielplatz geistiger überflieger

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04.09.2005, 18:02

Zitat

Pressemitteilung zum NPD-Aufmarsch in Oldenburg Sehr geehrte Damen und Herren, am gestrigen 3. September 2005 sind rund 70 Anhänger der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) in Oldenburg aufmarschiert. An verschiedenen Gegendemonstrationen beteiligten sich über 2.000 Menschen und mindestens noch mal so viele protestierten spontan an der Route der Nazi-Veranstaltung. Autonome Gruppen aus dem Alhambra und das „Forum gegen Rechts“, ein Bündnis aus Gewerkschaften, linken Parteien und Initiativen hatten gemeinsam dazu aufgerufen, den Aufmarsch zu verhindern. Die brutalen und unverhältnismäßigen Übergriffe durch die Polizei führten zu zahlreichen Verletzten auf Seiten der GegendemonstrantInnen. Die Polizei setzte massiv Schlagstöcke und Pfefferspray ein, was an mehreren Stellen zu Auseinandersetzungen mit antifaschistischen DemonstrantInnen führte. 77 GegendemonstrantInnen wurden im Laufe der Veranstaltung verhaftet oder in Gewahrsam genommen, wobei die Polizei in vielen Fällen sehr gewalttätig vorging. Um die Demonstration von NPD und anderen Neonazis zu ermöglichen, wurden 3.000 PolizistInnen aus dem gesamten Bundesgebiet eingesetzt. Die Route der Nazi-Demonstration war großräumig und weitgehend mit Gittern abgesperrt. Der Verkehr um die Innenstadt lag etwa sechs Stunden größtenteils lahm. Die gesamte Innenstadt glich etwa zwei Stunden einem großen Polizeikessel. Niemand durfte die City in diesem Zeitraum betreten oder verlassen. Trotz dieser massiven Einschränkungen versammelten sich immer wieder viele Menschen an den Absperrungen und protestierten auf ihre Weise gegen die Nazis und zunehmend auch gegen die brutale Polizei. Die Formen des Protests reichten von Transparenten und Sprechchören über Versuche, die Polizeiketten zu durchbrechen, um die Nazi-Route zu blockieren, bis zu Obst-, Gemüse-, Flaschen- und Steinwürfen. Wir sind entsetzt über die Tatsache, dass die NPD mit Hilfe von insgesamt 3.000 Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet durch Oldenburg marschieren konnte. Vor vier Jahren wurde ein ähnlicher Aufmarschversuch noch wegen des massiven antifaschistischen Widerstands abgebrochen, und nicht wie gestern mit aller Gewalt durchgeprügelt. Rückfragen beantworten wir gerne. Antifa-Bündnis „Keinen Meter!“


Indymedia-Berichte

Nazis in Oldenburg 3.9
http://de.indymedia.org/2005/09/127138.shtml

Naziaufmarsch am 3.9.2005 in Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/127021.shtml

Antifa-Demo in Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/127020.shtml

2 Bilder der Nazis aus Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/126946.shtml

Fotoergänzung zu Oldenburg (03.09.05)
http://de.indymedia.org/2005/09/126933.shtml

Fotos vom Naziaufmarsch in Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/126922.shtml

Gestörte Nazis in Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/126876.shtml

Naziaufmarsch in Oldenburg
http://de.indymedia.org/2005/09/126715.shtml

Oldenburger Naziaufmarsch - Aktuelles
http://de.indymedia.org/2005/09/126671.shtml

Oldenburg vor dem Naziaufmarsch
http://de.indymedia.org/2005/09/126611.shtml


noch ne menge mehr presseberichte findet ihr unter:
http://www.alhambra.de/nonazis/

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04.09.2005, 18:43

War schon ein toller Tag in Oldenburg. Ehrlich. Das musste man der Polizei lassen. Soviel Unbeteiligte in der Stadt grundlos für einige Stunden freiheitszuberauben. Echt eine wirklich gelungene Aktion für die Polizei.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Yeti-Power78« (06.09.2005, 11:04)


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04.09.2005, 20:35

...voller brutalität

ich für meinen teil finde das mit einer viel zu hohen brutalität der polizei vorgegangen wurde. zum teil wurden menschen zusammen geschlagen die nichts weiter taten als dort zu stehen. kinder wurden geschlagen...ich weiß es weil meine tochter betroffene ist. bei sowas kann man einfach nur noch den kopf schütteln und rechtliche schritte einleiten

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04.09.2005, 20:39

An deiner Stelle würde ich damit auch an Öffentlichkeit gehen, damit meine ich jetzt neben diesem Forum auch die Zeitung, das ist ne Frechheit. Wie alt ist deine Tochter?

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04.09.2005, 21:03

Schade, dass man nicht an die Bilder & Videos der Potzilei kommen kann, das wären mit Abstand die Besten ;)

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04.09.2005, 21:42

Zitat

Vom Rest der Sitzblockade hab ich gehört, er wäre eingekesselt, und teilweise in Gewahrsam genommen worden...

Stimmt genauso. War die Zweite, die rausgezogen wurde und dann für's Polaroid-Photo posieren durfte. Die netten Polizeibeamten verzögerten, "liebenswürdigerweise" unseren Abtransport, damit wir die Nazis auf der geplanten Route vorbeimaschieren sehen konnten. (Wahrscheinlich um uns zu zeigen, dass unsere Sitzblockade nix gebracht hätte, oder so was.) Die Wanne wackelte dann auch ganz gehörig, als die paar rechten Spacken vorbeiliefen. Wir im Bus grölend :102: ; die Nazis draußen mit Kameras so :103: Wir fuhren dann (nach 1 1/2 h in der Scheiß-Hitze) durch die Stadt, vorbei an Linken-Grppen die uns zugrölten, als wir gegen die Scheiben hämmerten. (Danke dafür Leute! :)) )
Nach endlosen Dursuchungen; Papierkram usw. wurden wir dann zu jeweils 15/20 Leuten in eine von vier provisorisch eingerichteten "Zellen" im Parkhaus einer Polizeiwache (Strasse weiß ich nicht mehr) untergebracht. Die 4-5 Stunden, die wir warten mussten, bis die armen, kleinen Nazis sicher abtransportiert waren (in Sonderzügen abtransportiert... kommt das noch wem bekannt vor? :D ) haben wir belegte Brötchen gemampft, gequatscht und viel gelacht. Ich darf fairerweise hinzufügen, dass die meisten Bullen auf der Wache (im Gegensatz zu denen vor Ort) echt nett waren und sich kein bischen herablassend uns gegenüber benommen haben.

Wenn jemand Bilder vom Sitzstreik auf der Moslestrasse hat, bitte, bitte, bitte mal hier 'nen Link setzen oder an mich mailen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich die Gegendemo keinesfalls als Misserfolg bewerte. Allein die große Anzahl der Gegendemonstranten ist ein positiver Punkt und beweißt, dass die Leute interessiert sind und Gegenwehr zeigen. Die NPD findet keine Akzeptanz in Oldenburg, noch sonstwo! Unser Sitzstreik hat die rechten Spacken nicht aufgehalten, aber zumindest deren Aufmarsch verzögert. (Und ohne die lieben Bullen wäre ich nie dazu gekommen den Nazis meinen Protest so nah zu zeigen, und darum geht's mir.)
;)

Heute Abend, bei mir um die Ecke. "Hamburger Mülleimer" :D
»Mr. Bungle« hat folgendes Bild angehängt:
  • 050905_181358[1].jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Mr. Bungle« (05.09.2005, 22:16)


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04.09.2005, 23:55

Für mich hat die Demo, ein wenig später als geplant, um kurz nach 10 an der Ecke Grüne Straße, Heiligengeist Straße begonnen wo wir nach einer kurzen Diskussion einen mündlichen Platzverweis erhalten haben und es sollte nicht der Letzte für diesen Tagen gewesen sein. Nach einem weiteren erfolglosen Versuch in die Innenstadt zukommen haben wir uns entschlossen erstmal zu Pferdemarkt zu laufen und dort ein paar Trillerpfeifen unters Volk zu streuen.

Danach haben wir auf den Weg zur Nordseite des Bahnhofes gemacht, sind dann aber als wir hörten, dass der Tunnel zur Südseite noch offen sei, zur Südseite. Dort war auch eine recht große Anzahl an Menschen versammelt, wir sind dann aber nachdem wir uns einen Redebeitrag angehört haben, weiter in Richtung Hafen an der Route entlang.

Jede Straßenecke, bis zum Hafen die an die Nazisroute reichte, war abgesperrt. Es gab keine Möglichkeit zur Route durchzubrechen und da auch an den Ecken recht viele Leute versammelt waren haben wir uns entschlossen zurück zum Pferdemarkt zu laufen, da wir annahmen das man dort mehr Möglichkeiten haben könnte an die Naziroute ranzukommen als am Hafen, weil man dort einfach nicht weiterkam.

Auf dem Weg trafen wir auch ein kleines Grüppchen mit oldenburgforum.de mitgliedern die auch erstmal mit in die gleiche Richtung gelaufen sind. Zu dem Zeitpunkt sind die ersten Züge mit Nazis am Bahnhof angekommen. Am Pferdemarkt angekommen mussten wir feststellen, dass dieser komplett abgeriegelt worden war. Das Grüppchen hat sich dann (wenn ich mich recht erinnere) entschlossen wieder zum Bahnhof zu laufen während wir in einem großem Bogen (Milchstraße, Lindenstraße) zum Pferdemarkt zurück sind.

Dort haben wir noch Menschen getroffen und wollten einen weiteren Versuch starten in die Fußgängerzone zu kommen. Es war aber recht schnell in der Heiligengeist Straße zu sehen, dass die Absperrung von der Polizei verstärkt worden war und einfach keiner mehr in die Stadt kam. Vor der Absperrung standen und saßen einige Menschen, es waren aber fast nur Jugendliche und einige Leute die nur einkaufen wollten. Wir haben uns dann erstmal das CCO „angesehen“ aber auch im CCO war die Polizei, eigentlich nicht besonders verwunderlich. Also wieder in Richtung Absperrung und sich da die Lage noch mal anschauen.

Wir standen da kaum 5 Minuten, die Lage hatte sich nicht geändert, sehr ruhige entspannte Stimmung, als jemand meinte die Bullen würden von hinten in die Straße reingerannt kommen: Da erst angenommen wurde, dass diese vorhatten die Leute einzukesseln haben sich viele in Richtung Pferdemarkt auf den Weg gemacht. Da die Bullen aber durch die Leute durchgerannt sind, war recht schnell klar, da kommt was anderes. Sie sind bis nach vorne gerannt (ne Leiziger Prügeleinheit) und haben angefangen die Leute die Straße runter zu treiben. Wer nicht gehen wollte wurde, ohne das vor ein Platzverweis ausgesprochen worden ist, geschubst und anbrüllt, neben mir auch etwas älteres Pärchen (um die 50, sehr harmlos). Nachdem wir uns auch ein wenig anbrüllen und rumschubsen lassen haben sind wir in aller Ruhe in Richtung Pferdemarkt gegangen. Die Leute, die vor der Wiener Konditorei saßen sind, konnten dort unbehelligt weiter ihren Kaffee trinken und haben sich auch schön zurückgehalten. Als wir fast aus der Straße draußen waren, war zu sehen, dass sich die Polizei zurückgezogen hat und wir haben uns entschlossen in(vor) der Wiener Konditorei erstmal einen Kaffee zu trinken. Da aber so gut wie keiner wieder in die Straße rein ist blieb die Lage ruhig und wir konnten unseren Kaffee in aller Ruhe austrinken und haben mitbekommen das einige Leute in die Innenstadt gelassen worden sind.

Da haben wir uns gedacht versuchen kann man es ja mal und sind losgetapert. Und Wunder werden wahr, nach Pullover hochheben (schwarze Kapus) und na Taschenkontrolle haben wir fast problemlos die erste Straßesperre passiert. Dann haben wir gesehen, dass wir noch zwei weite Straßesperren bis zu Innenstadt vor uns hatten, aber auch durch diese sind wir gut durchgekommen.

Da wir wussten, dass die Nazis auf jeden Fall schon auf dem Weg sind haben wir uns schleunigst in Richtung Berliner Platz aufgemacht. Als wir dort ankamen konnten wir unseren Augen nicht trauen, die Absperrgitter waren offen, es kamen zwar aus Richtung der offenen Gitter uns ca 50 Leute entgegen gerannt, die von der Polizei gejagt worden sind, aber die Polizei hat das recht schnell gespoppt, nachdem jemand, meiner Meinung nach mit übertriebener Härte festgesetzt worden ist (es knieten zwei oder drei Polizisten auf der Person und das nicht nur für ne Minute). So konnten die ganzen Leute inklusive uns, fast schon in die Rücken der Polzei rein laufen und hatten so die Möglichkeit so nah wie an keiner anderen Stelle an die Faschisten ranzukommen. Es ist mir vollkommen schleierhaft warum die Polizei das zugelassen hat, vielleicht war es ein Versuch die Lage eskalieren zu lassen oder sie haben einfach Versagt, wie gesagt ich weiß es nicht. Ich war aber sehr zufrieden mit der Lage. Die Faschisten sind, umringt von Polizei, auf der Huntestraße entlang gezogen während an der Seite Antifaschisten jeder Art lauthals ihren Protest kundgetan haben. Es ist vereinzelt Obst in Richtung Nazis geflogen, worauf dann auch gleich Prügeleinheiten der Polizei in die Gegendemonstranten rein gerannt sind und alle umgerannt/gehauen haben was im Weg stand, egal ob die Person etwas getan hatte oder nicht.

Nachdem die Faschisten den Schlossplatz erreicht hatten, konnte man über den Paradewall zum Schlosswall, musste aber hinter die Absperrung in die Gartenstraße. Wir sind dann zu der Brücke vor dem Ago und haben dort gewartet bis die Faschisten mit ihrer Kundgebung fertig waren und an uns vorbeigezogen sind. Da die Polizei uns nicht in die Roonstraße gelassen hat, auch nachdem die Faschisten vorbei gezogen waren, sind wir wieder über den Berliner Platz in die Stadt rein, aus der wir auch nicht ohne weiteres wieder raus gekommen sind.

Nachdem die Einfahrt zum Waffenplatz geöffnet worden ist, sind wir über die Peterstraße zum Pferdemarkt, wo die Faschisten vor dem Havanna eine zweite Kundgebung abgehalten haben. Auch dort wurde ordentlich Lärm gemacht, an der Nordseite der Absperrung konnte man die Musik von den Alhambra Leuten hören, an der Südseite wurden Redebeiträge vorgetragen, in der Mitte hat man aber kaum was verstanden, das wichtigste ist aber das man kein Wort von den Faschisten verstanden hat.

Als die Faschisten in Richtung Bahnhof angezogen sind, haben wir uns über den längeren Weg zur Nordseite des Bahnhofes gemacht und mussten feststellen als wir ankamen das ne ganze Menge Leute im ZOB von der Polizei eingekesselt worden sind. Ich weiß immer noch nicht warum aber in meine Augen war es pure Provokation. Der Tunnel zur Südseite war immer noch gesperrt und davor stand der Alhambra Wagen und hat uns und vor allem auch die Leute mit Musik unterhalten. Es war auf jeden Fall nett zu sehen wie die müden Polizisten stehen mussten und die eingekesselten gesessen haben. Also haben wir mit vielen anderen Leuten bis zur Auflösung des Kessels gewartet und haben uns dann in die Spontandemo in Richtung Alhambra/Innenstadt aufgemacht.

Diese wurde von der Polizei vor dem Stundentenwohnheim gekesselt und geteilt und so sollte ein Verantwortlicher für die Demo erpresst werden. Ich habe keine Ahnung wie das gelöst worden ist aber nach einigen Diskussionen übers Megafon mit der Polizei, wurde eine Route besprochen und die Demo ging weiter. Am Lappan wurde die Route noch mal kurz geändert und dann ging es nicht zu Schlossplatz sondern zum Alhambra. Die ganze Strecke hatten wird „Geleitschutz“ von der Polizei, als gemeingefährlicher Haufen der seid 9 Stunden auf den Beinen war.




Insgesamt kann man die Gegendemonstration als gelungen bezeichnen, es sind 100 Nazis gekommen und mindestens 3000 Gegendemonstranten, wobei ich glaube das es mehr waren. Es war nur kaum möglich die Gegendemonstranten zu zählen da diese in der ganzen Stadt verstreut waren.

Das Polizeiaufgebot war vollkommen übertrieben und die Panikmache der Polizei (aka. Deeskalation) im Vorfeld war unangebracht. Es ist erschreckend zu sehen, dass die Grundrechte der Einwohner einer ganzen Stadt extrem stark eingeschränkt werden sind, um Grundrechte einer extremistischen Gruppierung zu schützen. Das auch radikale Gruppierung (die NPD ist zwar extremistisch wurde aber aufgrund des Versagens der Politik nicht verboten…) auf Demos geschützt werden müssen, ist legitim, aber dann sollen die ihrem Schutz eingekesselt werden. Es ist auf keinen Fall akzeptabel das für Faschisten eine ganze Stadt abgeriegelt wird. Ich kann nur jeden Ladenbesitzer in der Innenstadt und jeden anderen der einen wirtschaftlichen Schaden erlitten hat, auffordern sich für dieses Verhalten bei dem Bürgermeister/Polizeipräsidenten zu beschweren. Bei körperlichen Schäden sollte natürlich Strafanzeige gestellt werden, aber das ist denke ich selbstverständlich.
Das Verhalten der Polizei war wie man es kennt, sehr durchwachsen. Wenn man nicht zu sehr rumgenervt hat konnte man mit einigen Polizisten konnte man nen Wort wechseln ohne „verpiss dich du Wichser“ zuhören, aber es gab halt auch viele Schlägertrupps der Polizei die ein wenig anders drauf waren und ohne mit der Wimper zu zucken alles platt gemacht haben was sich in der Weg gestellt hat oder hätte können. Damit meine ich wer das Maul aufgemacht hat, hat was drauf bekommen. Es soll auch am Pferdemarkt und am ZOB Tränengaseinsätze gegeben haben, genaues weiß ich aber nicht. Es hat auf jeden Fall einige Verletzte gegeben wovon einige auch ins Krankenhaus gekommen seien sollen.


Das ist jetzt nur meine Sicht, ich habe viel nicht mitbekommen und würde mich freuen wenn einfach noch ein paar Leute erzählen würden was sie so erlebt haben. Muss ja auch nicht so lang sein, ich bin halt nen Laberkopf *gg*

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05.09.2005, 09:33

tja, was soll man noch sagen...
scheiß bullen, viel zu viel! einige szenen waren echt nicht mehr schön.
das schlimme ist, dass die nazis das als sieg feiern werden!

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