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T-oastbro-T

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15.06.2006, 20:16

Flagge zeigen zur WM

Zitat

Original von Die jule
hallo es geht hier um Deutschland!!!!"Unser Land"


....welches es nach Meinung vieler Linker in dieser Form nicht geben sollte, weshalb das Zeigen von Nationalsymbolen und Skandieren nationaler Texte in diesen Kreisen im Allgemeinen eher mißbilligend wahrgenommen wird. (Um es mal vorsichtig auszudrücken)

Michael

passt hier nur auf

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15.06.2006, 20:20

Systeminformation

[m]~ Moved from Fussball ~[/m]

1

15.06.2006, 21:51

Wenn "Unser Land" beinhaltet nur noch die Farben Schwarz Rot Gold zu sehn und im Voll rausch fragwürdige Parolen zu gröhlen ist es sicher nicht "Mein Land".. Das hat nichts mit Links zu tun sondern mit Gesundem Menschenverstand ;D

Durutti

unregistriert

1

15.06.2006, 23:38

Auch ich bin der Meinung, dass - gerade in diesen Zeiten zunehmender sozialer Widersprüche - die Rehabilitierung des Erfolgsmodells der nationalistischen Volksgemeinschaft wieder vonnöten ist. Auch ich fühle mich mit den intellektuellen Glanzlichtern Lukas Podolsky und Sebastian Schweinsteiger (der echte Deutsche bezeichnet sie in der Demonstration seiner emotionalen Nähe natürlich liebevoll aus "Poldi" und "Schweini) durchaus verbunden, weil ich zufällig denselben Pass besitze. Auch ich führe ansonsten eine derart klägliche Existenz, dass ich den nationalistisch-dumpfen Enthusiasmus als Kompensation durchaus nötig habe, ebenso wie das Bekenntnis zur deutschen Nation, die mir als mit grundsätzlich eher geringem Selbstbewusstsein ausgestattetem Individuum Sicherheit und Orientierung bietet.

Zitat

da kommt mal etwas Nationalstolz auf und schon haben alle braune Hosen an...
Worauf basiert denn bitte der Nationalstolz des Herren, wenn nicht auf einem Glauben an eine prinzipielle Überlegenheit der deutschen Nation im Vergleich zu anderen?
Die Abschaffung Deutschlands (und aller anderen Nationalstaaten gleich mit) ist und bleibt die conditio sine qua non der Emanzipation...

1

16.06.2006, 00:02

mal ganz ne andere idee..

für viele leute gilt einfach:

wenn ich fan vom vfb oldenburg bin schwenk ich die fahne vom vfb

wenn ich fan von unserer nationalmannschaft bin, schwenk ich die fahne von deutschland.. ich denke es gibt viele leute die die fahne(und andere s-r-g artikel) einfach des fussballs und der mannschaft wegen zeigen und nicht weils um das land geht... geht auch ums land aber nich vordergründig würde ich sage...

T-oastbro-T

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1

16.06.2006, 00:10

@ReTRo
Das glaube ich nicht, bei Nationalmannschaften identifiziert man sich explizit mit 'seinem' Land.

@Durutti
Nationalgefühl muss nicht zwangsläufig eine Herabsetzung anderer Nationen beinhalten. Patriotismus kann auch das simple Gefühl von Zusammengehörigkeit sein, das bei Nationen wohl hauptsächlich aufgrund von Gemeinsamkeiten wie gleicher Sprache, gleicher Geschichte und territorialer Nähe zustande kommt. (Und natürlich vieler anderer Sachen, von kulinarischen Gewohnheiten bis hin zu traditionellen Festen)
Der Vorteil der eigenen Nation gegenüber einer anderen ist also der, dass man halt zur ersteren gehört. Nicht mehr und nicht weniger.

1

16.06.2006, 07:27

in den Skandinavischen Ländern gehört es zum guten Ton die Flagge seines Landes zu hissen. Bei Familienfeiern hisst man sogar extra grosse Flaggen. Man sollte allerdings als Urlauber nicht auf die Idee kommen die Fahne seines Landes (z.B. die deutsche) dort hissen zu wollen, da könnte man schnell hinter (Achtung Wortwitz) schwedische Gardinen landen. Wir hier in Oldenburg könnten durchaus noch solche Gefühle haben, schliesslich gehörten wir ja fast 100 Jahre zur dänischen Nation :great: .

Ich behaupte mal, das mit den Flaggen wird sich spätestens nach der WM von allein erledigen, zumal die deutsche Mannschaft (wie immer zwischen irgendwelchen Turnieren) in die übliche Tristesse verfallen wird. Also lasst die Leute feiern und ihren Spass haben,allein darum geht es doch.
es gibt einfach zu viel copy & paste auf dieser Welt

Fussballgott-OL

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16.06.2006, 08:21

Also sorry, wenn ich das lese was Zwerg und Said in dem anderen Thread geschrieben haben kommt es mir bald hoch.

Ich schliesse Michael da mal an, Idioten gibt es leider immer, das kann man leider nicht verhindern. Aber das sich hier gleich aufgeregt wird weil die Fussballfans Deutschlandflaggen an ihren Autos haben oder bei Spielen mit ihnen rumlaufen ist doch wirlich totaler schwachsinn. Ich selber hab bei Spielen bisher noch nicht eine Parole gehört die sich in den rechten Bereich bewegt. Es wurde einfach nur gefeiert und man war endlich mal wieder stolz (was in letzter Zeit ja nun wirlich selten vorkam) Fan der deutschen Mannschaft zu sein. Und wenn dadurch endlich mal wieder etwas Nationalstolz entsteht finde ich das auch nicht schlecht. Ich bin stolz hier zu leben und deutscher zu sein, und ich fühl mich auch super bei den deutschen Spielen ein Nationaltrikot zu tragen und die deutsche Flagge zu schwenken, aber das heisst doch nicht das ich auch automatisch irgendwelche A.H. Parolen brülle...das wäre das letzte was ich tun würde. Lieber feier ich dann mit meinem polnischen Kollegen, mit seinem polnischen Trikot und seiner polnischen Flagge...denn einer muss ihn ja trösten!
www.oldenburger-ballsportforum.de.vu

1990 + 1974 - 1954 = 2010 Noch fragen??

1

16.06.2006, 19:27

Zitat

Original von T-oastbro-T
@ReTRo
Das glaube ich nicht, bei Nationalmannschaften identifiziert man sich explizit mit 'seinem' Land.


Du vielleicht...
das muss aber nicht auf jeden zutreffen!
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten. Solche Leute sind eh im Unrecht, da ich keine Fehler mache.

T-oastbro-T

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1

16.06.2006, 20:13

Zitat

Original von Rolltreppchen

Zitat

Original von T-oastbro-T
@ReTRo
Das glaube ich nicht, bei Nationalmannschaften identifiziert man sich explizit mit 'seinem' Land.


Du vielleicht...
das muss aber nicht auf jeden zutreffen!


Dann nenne mir doch einen anderen Grund, weshalb ein in Deutschland lebender Mensch ausgerechnet die deutsche Nationalmannschaft bejubeln sollte, wenn es deiner Meinung nicht der Patriotismus ist. Man könnte ja auch Fahnen der Elfenbeinküste ans Auto klemmen. Tut die Mehrheit der Deutschen aber nicht.

Um mal Stellung zu beziehen:
Ich finde diesen ganze Fähnchenkram auch ein wenig albern und sehe nicht allzu viel Sinn darin, Fußballparolen-grölend durch die Straßen zu torkeln. Das muss jeder für sich selbst ausmachen.
Klar ist aber auch, dass kaum jemand der Fahnenträger auf Nachfrage hin alles in Deutschland gutheißen würde und mit seinem schwarz-rot-goldenen Outfit den "Staat mit all seinen Nachteilen, Missständen und Ungerechtigkeiten" repräsentieren möchte. Jedem Fahnenschwenker also pauschal zu unterstellen, er verkörpere die Wiederauferstehung des Nationalsozialismus', ist in meinen Augen albern.

In diesem Zusammenhang werfe ich einfach mal diesen Artikel in den Raum.

Gerade in Deutschland gab es schon immer heftigste Debatten um den Sinn oder die bloße Zulässigkeit von Patriotismus und wird sie auch - richtigerweise - immer geben. Ich denke nicht, dass in irgendeinem anderen Staat auf dieser Welt so reflektiert mit dem Thema verfahren wird wie hier.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »T-oastbro-T« (16.06.2006, 20:14)


1

16.06.2006, 21:36

Zitat

Original von T-oastbro-T(...) Patriotismus kann auch das simple Gefühl von Zusammengehörigkeit sein, das bei Nationen wohl hauptsächlich aufgrund von Gemeinsamkeiten wie gleicher Sprache.gleicher Geschichte und territorialer Nähe zustande kommt.(...)


Dieses theoretische Konstrukt halte ich für gefährlich. Mit einem Menschen, der aus einem anderen Land kommen kann, der aber ähnliche Interessen besitzt, habe ich viel mehr gemeinsam, als mit einem Deutschen, der das auch noch abfeiert. Dabei gibt es in Deutschland nix zu feiern. Denn die Realität zeichnet sich eben dadurch aus, das immer weniger Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum besitzen. Durch Hartz 4 und die anstehenden Verschärfungen beispielsweise.

Zitat

Original von T-oastbro-T[/](Und natürlich vieler anderer Sachen, von kulinarischen Gewohnheiten (...)


Als würde das "traditionelle" Essen in Bayern das Gleiche sein, wie das bei uns in Oldenburg...

Zitat

[i]Original von Osternburger

Zitat

in den Skandinavischen Ländern gehört es zum guten Ton die Flagge seines Landes zu hissen


Das ist nun wirklich kein Grund, das mensch das auch so machen muß.

Zitat

Original von Fussballgott-OL Ich bin stolz hier zu leben und deutscher zu sein, und ich fühl mich auch super bei den deutschen Spielen ein Nationaltrikot zu tragen und die deutsche Flagge zu schwenken,


Ich kann nicht stolz auf etwas sein für das ich nix kann. In Deutschland bist du durch einen Zeugungsakt entstanden, ein Zufall, nicht mehr und nicht weniger. Darauf Stolz zu sein wirkt - zu mindest auf mich - ein wenig merkwürdig.
Auch die Flagge zu schwenken, muß mich eher befremden. Die Identifikation mit der deutschen Nation - und sei es auch auf abstraktem Wege - mit der deutschen Nationalmannschaft ist für mich Ausdruck eines Denkens, das anscheinend nicht mehr in der Lage ist, eine künstlich geschaffen eStimmung zu hinterfragen. Beispielsweise gibt es BILD - Artikel mit "Liebesbriefen" an Deutschland, ohne Ende Werbung in Schwarz Rot Gold, Patriotismusdebatten im Spiegel, Devotionalien in Schwarz - Rot - Gold zu Spottpreisen. Diese Stimmu trieft von plumpen Nationalismus und der ist selbstverständlich abzulehnen.
[align=center]Checkt Provinzkritik [/align]

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »[SAID]« (16.06.2006, 21:37)


T-oastbro-T

unregistriert

1

16.06.2006, 22:11

Tja Said, das ist halt etwas, was man nicht versteht, wenn man selbst kein Nationalgefühl hat. Geht mir nicht viel anders, nur wage ich zu bezweifeln, dass Patriotismus und Nationalismus zwangsläufig miteinander einhergehen. Der größte Teil der Deutschlandfans wird sein Land lieben, weil es seins ist und nicht weil er anderer Länder Bewohner für rassisch minderwertiger hält oder Ambitionen auf eine imperiale Stellung Deutschlands hegt. Du kritisierst vollkommen zu Recht, dass im Zuge dieses Nationalgefühls viele Dinge unter den Tisch fallen und Probleme kleingeredet oder beiseite geschoben werden. Aber das ist wahrlich nichts neues und dass Massen immer manipulierbar sind ist auch Fakt. Klar, dass das von Politikern dann gerne ausgenutzt wird.
Du interpretierst zuviel in das Zeigen der Deutschlandfahne hinein, Dinge, die vom Fähnchenschwenker nie und nimmer beabsichtigt sind, weil er ja nur seine Mannschaft unterstützen will und "für Deutschland" ist. Die Art und Weise vieler Linker, das zu kritisieren halte ich für ziemlich kontraproduktiv. Sieh's ein, 98% aller Deutschen wirst du wenig Freude damit bereiten, vor ihren Augen die Deutschlandflagge zu verbrennen, zum Nachdenken bekommt man auf diese Weise niemanden!


(btw: Knödel, Sauerkraut und Schweinshaxe sind mir als deutsches Essen sehr wohl ein Begriff, was nicht heißt, dass man sie als Deutscher grundsätzlich lieber äße als z.B. Gyros. Aber typisch deutsches Essen ist ein Teil deutscher Kultur, welchen Stellenwert man dem auch immer einräumen mag)

1

17.06.2006, 14:35

Zitat

Original von [SAID]

Zitat

Original von T-oastbro-T(...) Patriotismus kann auch das simple Gefühl von Zusammengehörigkeit sein, das bei Nationen wohl hauptsächlich aufgrund von Gemeinsamkeiten wie gleicher Sprache.gleicher Geschichte und territorialer Nähe zustande kommt.(...)


Dieses theoretische Konstrukt halte ich für gefährlich. Mit einem Menschen, der aus einem anderen Land kommen kann, der aber ähnliche Interessen besitzt, habe ich viel mehr gemeinsam, als mit einem Deutschen, der das auch noch abfeiert. Dabei gibt es in Deutschland nix zu feiern. Denn die Realität zeichnet sich eben dadurch aus, das immer weniger Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum besitzen. Durch Hartz 4 und die anstehenden Verschärfungen beispielsweise.


Es gab einen schönen Artikel, ich weiß nicht mehr wo, in dem es um die Mehrdimensionalität des Menschen geht, um die ganzen Facetten, die ihn auszeichnen.

Konkret, ich bin Deutscher, ich bin Mensch, ich bin Papa, arbeite, mache Musik.

Jeder dieser Teile dieser Persönlichkeit hat bestimmte Auswirkungen:
Weil ich Deutscher bin, kann ich mich mit der Nationalelf identifizieren,
weil ich ein Mensch bin, kann ich mich auch mit anderen Menschen identifizieren und sie achten und respektieren,
weil ich ein Papa bin, ist es mir wichtig, daß das Leben hier in der Zukunft nicht versaut wird (zum Beispiel durch die Ausrottung des Glückskäfers),
..

Natürlich wird es da schlimm, wo der Identifikationspunkt, Deutscher zu sein, das bestimmende Merkmal im Leben ist, aber das sind doch die wenigstens, auch wenn diese Leute natürlich unter den Fahnenschwenkern zu finden sind.

Für mich kein Grund, das schlecht zu machen.

Und Gründe zu feiern gibt es genug !!!

Außerdem haben wir eine konjunkturelle Belebung durch die WM und die ganzen Fähnchen, von der auch die Hartzies profitieren könnten.

Durutti

unregistriert

1

17.06.2006, 19:58

Zitat

Weil ich Deutscher bin, kann ich mich mit der Nationalelf identifizieren,

Zitat

Nationalgefühl muss nicht zwangsläufig eine Herabsetzung anderer Nationen beinhalten. Patriotismus kann auch das simple Gefühl von Zusammengehörigkeit sein, das bei Nationen wohl hauptsächlich aufgrund von Gemeinsamkeiten wie gleicher Sprache, gleicher Geschichte und territorialer Nähe zustande kommt. (Und natürlich vieler anderer Sachen, von kulinarischen Gewohnheiten bis hin zu traditionellen Festen)

"Deutsch" sein ist halt einfach ne saudumme Kategorie für eine Identifikation, da das die Identifikation stiftende Attribut die bloß formelle gleiche Staatsbürgerschaft, mithin ein objektiv hinfälliges Konstrukt ist. Wer wie Toastbrot stattdessen irgendwelche kulturellen Gemeinsamkeiten zu den identifikationsstiftenden Merkmalen stilisiert, fährt im Grunde einen noch weitaus gefährlicheren Nationalismus, weil er versucht, diese inhaltsleere Kategorie tatsächlich noch zu füllen. Dies ist bei genauerem Hinsehen zum einen einfach falsch (wir haben z.B. eine größere territoriale Nähe zu den Niederlanden als zu Berlin und Toastbrots Musikgeschmack dürfte auch nicht gerade Ausdruck einer typisch deutschen Gemeinsamkeit sein). Zum anderen eignet sich diese kulturelle Basis des Nationalismus weitaus besser für den Ausschluss von Leuten, die auf Grund dieser inahltlichen Bestimmung eben nicht als deutsch gelten würden (trotz Staatsbürgerschaft), weil sie andere "kulinarische Gewohnheiten" & "traditionelle Feste" etc. haben z.B. Wer also versucht, der Irrationalität der Identifikation mit der Nation zu entgehen, indem er diese Kategorie mit Inhalt füllt, zeigt nur, wie gefährlich Nationalismus an sich tatsächlich ist.

Zitat

Außerdem haben wir eine konjunkturelle Belebung durch die WM und die ganzen Fähnchen, von der auch die Hartzies profitieren könnten.
Als ob steigender Reichtum im Kapitalismus denen zu Gute kommen würde, auf deren Kosten er produziert wird... Lies mal das hier.

T-oastbro-T

unregistriert

1

17.06.2006, 20:27

Ach, Sprache ist wohl auch nur ein Konstrukt, das von den Machthabenden eingesetzt wird, um die verschiedenen Nationen voneinander zu spalten?
Erzähl mal einem Niederländer, dass durchschnittliche Deutsche und Niederländer im Grunde keine Unterschiede in kultureller Hinsicht aufweisen. Nachdem er fertig ist mit Lachen wird er dir entweder eine reinhauen oder kopfschüttelnd weggehen.
Niemand behauptet, dass man sich (Stichwort: Leitkultur) akribisch an bestimmte Geflogenheiten zu halten hätte bzw, dass ALLE Bewohner eines Landes gleiche Ansichten und Gewohnheiten hätten. So etwas wie ein 'Volkswille' existiert nicht.
Es gibt aber sehr wohl kulturelle Merkmale, die IM DURCHSCHNITT für Nationen gelten. Dass diese in einigen Regionen mehr, in anderen weniger ausgeprägt sind ist klar. Dass es 'ne Menge Leute gibt, die sogar überhaupt keine Übereinstimmung mit nationalen Klischees aufweisen, auch. (Ein Betrachter meines Schreibtisches wird mir nur schwerlich "Deutsche Gründlichkeit" nachweisen können)
Aber das tolle ist, dass es überhaupt nicht notwendig ist, in einem freien Staat wie der BRD wie ein deutscher Michel herumzurennen. Wenn man sich - ganz untypisch für Durchschnitttsdeutsche - einen karierten Cowboyhut aufsetzen und in der Straßenbahn russische Volkswaisen skandieren möchte, kann man das tun, ohne von der Polizei wegen Nicht-Deutsch-Seins eingesperrt zu werden. Ausnahmen bestätigen immer die Regel und Nationen, so konstruiert sie deiner Ansicht auch sein mögen, lassen sich nicht wegdiskutieren, nur weil du sie von heute auf morgen lieber weg hättest. Es sind gewachsene Verhältnisse, welche stetiger Veränderung unterworfen sind. Das war in den vergangenen Jahrunderten und Jahrtausenden so, und wird sich auch in Zukunft nicht ändern!

1

18.06.2006, 22:02

@Durutti

Sag mal, warum ist die Staatsbürgerschaft ein "objektiv hinfälliges Konstrukt" ???

Durutti

unregistriert

1

19.06.2006, 16:10

Zitat

Ach, Sprache ist wohl auch nur ein Konstrukt, das von den Machthabenden eingesetzt wird, um die verschiedenen Nationen voneinander zu spalten?
Nein, Nationalismus aber auch nur teilweise: wie die ganzen Leute, die jetzt mit stolzgeschwellter Brust und Deutschlandfahne rumlaufen, demonstrieren, wird in an dieser Gesellschaft Teilhabenden wohl einfach strukturell ein Bedürfnis erzeugt, seine eigene Irrelevanz als austauschbarer Faktor in einem nicht mehr vom Menschen kontrollierten ökonomischen Prozess durch Integration in eine "große nationale Familie" (schein)aufzuheben. Das ändert natürlich nichts daran, dass das Interesse von Leuten in einer von Widersprüchen durchzogenen Gesellschaft ein entgegenlaufendes ist, selbst wenn sie jetzt alle so tun, als würden alle in Deutschland Lebenden auf einmal zusammengehören. Nationalismus ist also nichts als Ideologie, die aber nicht von den Herrschenden selbst (die sich da trotzdem drüber freuen) böswillig gestreut wird, sondern die die Untergeben gerne selbst annehmen, um sich wenigstens als Teil einer großen Gemeinschaft ein bisschen bedeutend vorkommen zu können.

Zitat

Erzähl mal einem Niederländer, dass durchschnittliche Deutsche und Niederländer im Grunde keine Unterschiede in kultureller Hinsicht aufweisen. Nachdem er fertig ist mit Lachen wird er dir entweder eine reinhauen oder kopfschüttelnd weggehen.
Mich interessiert, was richtig ist und nicht, was der durchschnittliche Niederländer denkt.

Zitat

Niemand behauptet, dass man sich (Stichwort: Leitkultur) akribisch an bestimmte Geflogenheiten zu halten hätte bzw, dass ALLE Bewohner eines Landes gleiche Ansichten und Gewohnheiten hätten. So etwas wie ein 'Volkswille' existiert nicht.
Und wo bleibt dann der Sinn bei der Identifikation mit einem Konstrukt, mit dem ich (angeblich, aber auch nicht immer) "durchschnittliche" Gemeinsamkeiten habe?

Zitat

Sag mal, warum ist die Staatsbürgerschaft ein "objektiv hinfälliges Konstrukt" ???
Weil sie (s.o.) nichts ist, als eine formelle Zusammengehörigkeit auf Grund eines Stücks Papier...

Fussballgott-OL

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1

19.06.2006, 16:26

man kann banalitäten auch kompliziert machen!
www.oldenburger-ballsportforum.de.vu

1990 + 1974 - 1954 = 2010 Noch fragen??

1

19.06.2006, 17:12

unglaublich. wie kann man das thema nur so verkopfen? alles in grund und boden distkutieren zu müssen ist schon reichlich bundesrepublikanisch-antiquiert... und nebenbei die wurzel fast aller unser probleme...

ne fusi wm.
bunte fahnen.
gute laune.

wahrlich ein guter grund, die weltordnung (soweit vorhanden) in frage zu stellen! nationen sind sooooo böse! böse böse!

:D
.:ince:.


dicaprio

unregistriert

1

19.06.2006, 17:35

Auffallend ist wie betont anti-intellektuell sich Leute geben, wenn sie merken, dass sie falsch liegen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »dicaprio« (19.06.2006, 17:36)


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